Wissenschaft & Esoterik (Lesch)

Harald Lesch über “Physik” & “Esoterik”:

Das ist möglicherweise so etwas, wie ein “Strohmann-Argument“, das er sich da zurechtgelegt hat.
Beispiele, wie das mit dem “informierten Wasser” (Masaru Emoto) sind vielleicht amüsant und leicht zu belächeln oder von der Hand zu weisen, repräsentieren aber sicherlich nur einen Randaspekt der (zentralen) Ideen, Gedanken und Vorstellungen, die man als “esoterisch” bezeichnen kann.

Ausschnitt aus Ghostbusters 2:
Mood Slime! “… what a discovery: A psychoreactive substance!..”
(Parodistische Hommage an Emoto & Co..?)  😉 

Jedenfalls ist “Esoterik” nicht gleich Esoterik.

Und es ist nicht alles gleich blöd, lachhaft oder unwissenschaftlich, was unter dem Begriff “Esoterik” verstanden werden kann.
Wenn man “Esoterik” aber so versteht, wie unser Professor das hier rüber bringt, dann kann ich selbstverständlich auch seinen Standpunkt verstehen.

Das Ding ist nur…
Alles, was heute unter dem Oberbegriff “Wissenschaft” abläuft und funktioniert oder organisiert wird, ist aus genau der selben Wurzel entsprungen, wie alles, was man als “Esoterik” (im weitesten Sinne) bezeichnen kann.
(Es geht dabei um die Neugier auf verborgene Zusammenhänge, die das menschliche Nachdenken und Forschen antreibt…)
Und es gibt sicherlich keine klare Trennlinie zwischen “Wissenschaftlern” und “Esoterikern”.
Bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse (oder Erfindungen) entstammen immer irgendwie auch Denkprozessen, die sich jenseits der eingeübten Methoden und Muster des streng wissenschaftlichen Forschens bewegt haben.
(Siehe Paul Feyerabend: “Methodenanarchismus“!)

Viele bedeutende Wissenschaftler waren zudem zweifellos religiös inspiriert und nicht selten auch von “esoterisch” anmutenden Ideen, Gedanken und Vorstellungen motiviert.
Man denke nur mal an Max Planck: „Es gibt keine Erklärung für das Universum außer der Annahme einer höchsten schöpferischen Intelligenz“ (Science of Mind, Dezember 1955).
… an Leibniz und Kepler, die beide von einem hoch-religiösen Impetus beflügelt waren …
… oder auch an logische Genies und Denker, wie Kurt Gödel (Gottesbeweis) & Konrad Zuse (“rechnender Raum”)…
… oder moderne spirituelle Physiker, wie Fred Alan Wolf oder Frank J. Tipler, etc…

Vielleicht ist alles, was (irgendwann) Wissenschaft werden kann, im Anfang erst mal immer (irgendwie) “Esoterik”… ?

Außerdem gibt es (auch in wissenschaftlichen Zirkeln) viele dokumentierte Vorfälle, die im geltenden wissenschaftlichen Paradigma nicht einfach wegzuerklären sind.

Beispiel Pauli-Effekt:
>> Der Pauli-Effekt bezeichnet das anekdotisch dokumentierte Phänomen, dass in Gegenwart des bedeutenden theoretischen Physikers Wolfgang Pauli ungewöhnlich häufig experimentelle Apparaturen versagten oder sogar spontan zu Bruch gingen.[…] Er ist nicht zu verwechseln mit dem Pauli-Prinzip.
[…]
Pauli selbst war von der objektiven Existenz des Effektes überzeugt und führte unter anderem einen echten Pauli-Effekt, einen ohne direktes Eingreifen oder äußerlich erkennbare Ursache erfolgten Schaden an seinem Auto, als Grund für den vorzeitigen Abbruch einer Ferienreise mit seiner zweiten Ehefrau 1934 an. <<
https://de.wikipedia.org/wiki/Pauli-Effekt

Wenn man gewisse augenfällige Muster und Phänomene im allgemein akzeptierten Weltbild nicht einfach schlüssig erklären kann, spricht man gerne vom “Zufall”, obwohl kaum jemand in der Lage ist hinlänglich zu erklären, was das Wort “Zufall” (in diesem Sinne) eigentlich bedeuten soll.
Oft wirkt der Hinweis auf den “Zufall” wie ein undurchsichtiges esoterisches Konzept, das (auch von Wissenschaftlern) gerne als Lückenfüller herangezogen wird, für Zusammenhänge, die sich unserer Einsicht, Erkenntnis und Kontrolle entziehen… (?)

Wenn wir beispielsweise medizinische Studien zum sogenannten “Placebo-/Nocebo-Effekt” oder psychosomatische Erkrankungen und (dokumentierte) Spontanheilungen betrachten, dann sehe ich definitiv genügend Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Glaube und Wirklichkeit, den man durchaus auch mit streng wissenschaftlichen Methoden näher untersuchen kann.

(Es gibt schließlich interessante Forschungsprojekte zu Beobachtungen, die nicht ohne weiteres in unser materielles, reduktionistisches Weltbild zu passen scheinen. Leute, wie Rupert Sheldrake und Dean Radin widmen sich der damit verbundenen Forschungsaufgabe definitiv mit einem wissenschaftlichen Anspruch.)

//
Max Planck: “Wege zur physikalischen Erkenntnis”, Verlag von S. Hirzel in Leipzig, 4. Auflage, 1944, S. 305;
Kapitel IV:
“Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens. Der einen bedeutet er das Fundament, der andern die Krone des Aufbaues jeglicher weltanschaulicher Betrachtung.
Diese Verschiedenheit entspricht der verschiedenen Rolle, welche Religion und Naturwissenschaft im menschlichen Leben spielen. Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln.” http://books.google.de/books?id=ygOcZcSxKAwC&pg=PA170

Vielleicht passt dieses Zitat auch im hier behandelten Zusammenhang ..?

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