Die Psychologie von Marktwert/ Marktmacht & Preisverhandlung

Anhand von einem sehr einfachen Beispiel erklärt Ben Daniel hier die psychologische Dynamik einer subjektiven Verhandlung von Wert:


→ Siehe: Subjektive Werttheorie (Subjective Theory of Value), Grenznutzen, Österreichische Schule;

Mir ist das allerdings noch zu kurz gedacht.
Die Rituale einer Verhandlung von wirtschaftlichem Wert erklären und erschöpfen sich nicht im Micro-Kosmos einer trivialen, isolierten, individuellen Tauschsituation.
Ich würde gerne weiter denken und überlegen, was für individuelle psychologische und gesellschaftliche Konsequenzen uns entstehen, wo wir uns auf ein Spiel der ökonomischen Verhandlung und Rechtfertigung von Ansprüchen einlassen.

Ich denke, das Denken im Framework von Marktwert und Marktmacht führt letztlich nur zu gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen der Wille des Menschen käuflich, korrumpierbar und manipulierbar gehalten wird.
Jedes Problem, das wir mit korrupten Machtstrukturen haben, ist darauf zurückzuführen, dass Menschen darauf konditioniert werden, Ansprüche auf Teilhabe und Unterstützung über die Akkumulation und Vermittlung von Marktmacht voreinander zu rechtfertigen. (Die Verhandlung von Marktwert ist letztlich nur die Kehrseite der Verhandlung von Marktmacht. Das darf man nicht übersehen. Sonst versteht man nicht, worum es bei einer Preisverhandlung geht.)

In einer total vermarkteten Welt und Wirklichkeit sind wir also prinzipiell über Rituale und Konventionen der ökonomischen Rechtfertigung und Manipulation vernetzt.
Das ist für mich keine Basis für eine freiheitliche Gesellschaft.
Im Rahmen rivalisierender Marktbeziehungen entstehen zu viele destruktive Reize und Zwänge… und folglich erleben wir Spannungen, Probleme und Konfrontationen, die jenseits der Bezugnahme auf Marktwert und Marktmacht unerheblich oder vermeidbar wären.
Als Konsequenz der Vernetzung über das Kriterium Marktmacht erleben wir strukturelle Zwänge und Reize, die uns immer wieder in Konfrontation mit unseren eigenen ethischen und moralischen Einsichten bringen.
Wir bauen zu viel Scheiße, wo wir von Profit gelockt und von Armut getrieben werden und dort, wo wir nicht mit Bezahlung rechnen können, da können wir leider kaum helfen.

Vereinfacht gesagt:
Das Denken im Rahmen der Kriterien Marktwert und Marktmacht bringt Menschen davon ab, frei nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden, was sie tun oder lassen wollen. Der Wille des Menschen ist dementsprechend nicht wirklich frei, solange wir uns auf Muster und Konventionen der Vermarktung und Käuflichkeit konditionieren lassen.

Ich will raus aus einer Welt, in der sich Menschen für Geld erniedrigen, entwürdigen, ausbeuten, bestechen und korrumpieren lassen.
Der Glaube an “Marktwert” ist die Basis all der manipulativen Strukturen und Muster, die uns zusehends gegeneinander, gegen unsere Natur und Umwelt und gegen uns selbst aufbringen. Solange genügend Menschen fest an das Kriterium Marktmacht glauben, sind wir eingeklemmt in Strukturen der ökonomischen Manipulierbarkeit.
Solange wir daran glauben, dass wir Ansprüche voreinander über die Verhandlung und Vermittlung von Marktmacht rechtfertigen müssen, sind wir genötigt uns auf ein Spiel einzulassen, in dem die Integrität unserer Motive ständig in Frage steht und bezweifelt werden kann.
Jeder ist prinzipiell käuflich und bestechlich, solange wir uns alle auf das Spiel der Käuflichkeit, Bestechlichkeit, Prostitution und Korrumpierbarkeit einlassen.
(Die üblichen Verdächtigen — Leute, wie George Soros oder Baron Rothschild — könnten mich beispielsweise dafür bezahlt haben, dass ich diesen Text hier schreibe… Verschwörungstheorien werden eigentlich nur dort wirklich plausibel, wo man die Bestechlichkeit und Korrumpierbarkeit einer großen Masse von Menschen voraussetzen kann. So macht der Glaube an Marktmacht und Marktwert letztlich sogar ein angsterfülltes, paranoides Weltbild plausibel.)

Um die manipulativen Muster und Strukturen aufzulösen, die die Welt in den kollektiven Irrsinn fremdbestimmter Arbeit treiben, müssten wir vor allem den Glauben an die Rituale und Konventionen ökonomischer Bewertung und Preisverhandlung aufgeben.
Stattdessen müssten wir soziale Horizonte aufbauen, in denen wir auf die Bedürfnisse und Probleme unserer Mitmenschen eingehen und uns freiwillig engagieren, wo wir jeweils helfen können, unabhängig von wirtschaftlichen Erwägungen oder Profitinteressen.
Manipulative und korrupte Verhältnisse können wir überall dort auflösen, wo wir uns letztlich darauf einlassen, konsequent offen und solidarisch miteinander umzugehen und unabhängig von der Verhandlung ökonomischer Werte und Machtmittel zu helfen, wo wir jeweils erkennen können, dass Hilfe nötig ist.
In einem gesellschaftlichen Horizont, in dem wir unabhängig von Ritualen ökonomischer Rechtfertigung mit Unterstützung und Teilhabe rechnen können, könnten wir schließlich auch auf die manipulativen Muster, Strukturen und Kontrollrituale verzichten, die wir uns im Rahmen rivalisierender Marktbeziehungen auferlegen.
Leben und Arbeiten im Verzicht auf Rituale der Wertverhandlung, Kompensation und Vergütung. Freiwillige Kooperation gemäß bestem Wissen und Gewissen, jenseits manipulativer Strukturen ökonomischer Macht.

… Alles andere hat ja schließlich keinen Wert… :/

//
–> Absurde vermarktete Welt…

voluntary_exchange

» Allowing a free market in children […] would allow for an allocation of babies and children away from parents who dislike or do not care for their children, and toward foster parents who deeply desire such children. Everyone involved: the natural parents, the children, and the foster parents purchasing the children, would be better off in this sort of society. «

(“Everyone… better off in this sort of society.” … ?!)
Siehe:
https://mises.org/library/children-and-rights

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