Wissenschaft & Esoterik (Lesch)

Harald Lesch über “Physik” & “Esoterik”:

Das ist möglicherweise so etwas, wie ein “Strohmann-Argument“, das er sich da zurechtgelegt hat.
Beispiele, wie das mit dem “informierten Wasser” (Masaru Emoto) sind vielleicht amüsant und leicht zu belächeln oder von der Hand zu weisen, repräsentieren aber sicherlich nur einen Randaspekt der (zentralen) Ideen, Gedanken und Vorstellungen, die man als “esoterisch” bezeichnen kann.

Ausschnitt aus Ghostbusters 2:
Mood Slime! “… what a discovery: A psychoreactive substance!..”
(Parodistische Hommage an Emoto & Co..?)  😉 

Jedenfalls ist “Esoterik” nicht gleich Esoterik.

Und es ist nicht alles gleich blöd, lachhaft oder unwissenschaftlich, was unter dem Begriff “Esoterik” verstanden werden kann.
Wenn man “Esoterik” aber so versteht, wie unser Professor das hier rüber bringt, dann kann ich selbstverständlich auch seinen Standpunkt verstehen.

Das Ding ist nur…
Alles, was heute unter dem Oberbegriff “Wissenschaft” abläuft und funktioniert oder organisiert wird, ist aus genau der selben Wurzel entsprungen, wie alles, was man als “Esoterik” (im weitesten Sinne) bezeichnen kann.
(Es geht dabei um die Neugier auf verborgene Zusammenhänge, die das menschliche Nachdenken und Forschen antreibt…)
Und es gibt sicherlich keine klare Trennlinie zwischen “Wissenschaftlern” und “Esoterikern”.
Bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse (oder Erfindungen) entstammen immer irgendwie auch Denkprozessen, die sich jenseits der eingeübten Methoden und Muster des streng wissenschaftlichen Forschens bewegt haben.
(Siehe Paul Feyerabend: “Methodenanarchismus“!)

Viele bedeutende Wissenschaftler waren zudem zweifellos religiös inspiriert und nicht selten auch von “esoterisch” anmutenden Ideen, Gedanken und Vorstellungen motiviert.
Man denke nur mal an Max Planck: „Es gibt keine Erklärung für das Universum außer der Annahme einer höchsten schöpferischen Intelligenz“ (Science of Mind, Dezember 1955).
… an Leibniz und Kepler, die beide von einem hoch-religiösen Impetus beflügelt waren …
… oder auch an logische Genies und Denker, wie Kurt Gödel (Gottesbeweis) & Konrad Zuse (“rechnender Raum”)…
… oder moderne spirituelle Physiker, wie Fred Alan Wolf oder Frank J. Tipler, etc…

Vielleicht ist alles, was (irgendwann) Wissenschaft werden kann, im Anfang erst mal immer (irgendwie) “Esoterik”… ?

Außerdem gibt es (auch in wissenschaftlichen Zirkeln) viele dokumentierte Vorfälle, die im geltenden wissenschaftlichen Paradigma nicht einfach wegzuerklären sind.

Beispiel Pauli-Effekt:
>> Der Pauli-Effekt bezeichnet das anekdotisch dokumentierte Phänomen, dass in Gegenwart des bedeutenden theoretischen Physikers Wolfgang Pauli ungewöhnlich häufig experimentelle Apparaturen versagten oder sogar spontan zu Bruch gingen.[…] Er ist nicht zu verwechseln mit dem Pauli-Prinzip.
[…]
Pauli selbst war von der objektiven Existenz des Effektes überzeugt und führte unter anderem einen echten Pauli-Effekt, einen ohne direktes Eingreifen oder äußerlich erkennbare Ursache erfolgten Schaden an seinem Auto, als Grund für den vorzeitigen Abbruch einer Ferienreise mit seiner zweiten Ehefrau 1934 an. <<
https://de.wikipedia.org/wiki/Pauli-Effekt

Wenn man gewisse augenfällige Muster und Phänomene im allgemein akzeptierten Weltbild nicht einfach schlüssig erklären kann, spricht man gerne vom “Zufall”, obwohl kaum jemand in der Lage ist hinlänglich zu erklären, was das Wort “Zufall” (in diesem Sinne) eigentlich bedeuten soll.
Oft wirkt der Hinweis auf den “Zufall” wie ein undurchsichtiges esoterisches Konzept, das (auch von Wissenschaftlern) gerne als Lückenfüller herangezogen wird, für Zusammenhänge, die sich unserer Einsicht, Erkenntnis und Kontrolle entziehen… (?)

Wenn wir beispielsweise medizinische Studien zum sogenannten “Placebo-/Nocebo-Effekt” oder psychosomatische Erkrankungen und (dokumentierte) Spontanheilungen betrachten, dann sehe ich definitiv genügend Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Glaube und Wirklichkeit, den man durchaus auch mit streng wissenschaftlichen Methoden näher untersuchen kann.

(Es gibt schließlich interessante Forschungsprojekte zu Beobachtungen, die nicht ohne weiteres in unser materielles, reduktionistisches Weltbild zu passen scheinen. Leute, wie Rupert Sheldrake und Dean Radin widmen sich der damit verbundenen Forschungsaufgabe definitiv mit einem wissenschaftlichen Anspruch.)

//
Max Planck: “Wege zur physikalischen Erkenntnis”, Verlag von S. Hirzel in Leipzig, 4. Auflage, 1944, S. 305;
Kapitel IV:
“Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens. Der einen bedeutet er das Fundament, der andern die Krone des Aufbaues jeglicher weltanschaulicher Betrachtung.
Diese Verschiedenheit entspricht der verschiedenen Rolle, welche Religion und Naturwissenschaft im menschlichen Leben spielen. Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln.” http://books.google.de/books?id=ygOcZcSxKAwC&pg=PA170

Vielleicht passt dieses Zitat auch im hier behandelten Zusammenhang ..?

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there is nothing that I hate more than money.

I think there is nothing that I hate more than #money.
(… I hate what it makes people do and not do.)

Mammon and his slave/ Der Mammon und sein Sklave (Sascha Schneider, 1896)
Mammon and his slave/ Der Mammon und sein Sklave (Sascha Schneider, 1896)

Everything good and honest and helpful that people can do, they could do in relationships based on openness and solidarity, beyond manipulative market interests and economic considerations… (I believe that we could live and work together in a much healthier or in a much more sane and fun way, without being bribed and manipulated… without being forced to prostitute ourselves or exploit others… without having to legitimate our claims for support and inclusion to each other via rituals of price negotiation and payment…)
Our conditioning on rituals of pricing and payment distorts the integrity of our motives. This world is so sick and poisoned/ humanity is so damned corrupt, crazy and violent, because we are being conditioned to believe in money and market power.

It is disgusting.
But I believe that the #Internet has the potential to heal #humanity… in so far as we manage to prevent or supersede the influence of money.

Nörgelei und Beschwerden an Gott – Satanismus & Antitheismus als Religionskritik

Der Theologe Manuel Raabe hat eine Doktorarbeit über das Gottesbild von Rock-Bands geschrieben.

Über den Artikel/ die Sendung auf Deutschlandfunk bin ich neulich zufällig gestolpert:
http://www.deutschlandfunk.de/studie-der-satanismus-und-die-rockmusik.886.de.html?dram:article_id=361104

Dr. Raabe trifft in seiner Arbeit die Schlussfolgerung, dass man verschiedene populäre künstlerische Ausdrucksformen satanistischer Provokation als kritisches Nachdenken über die “Theodizee-Frage” erklären könnte. Das ist (für mich zumindest) eigentlich eine recht naheliegende oder triviale Einsicht. Diese Feststellung ist nicht so ungeheuer neu oder aufsehenerregend.

Wichtig zu erwähnen finde ich es, dass die Vorstellungen von Gott, die da poetisch/ musikalisch in Frage gestellt und kritisiert werden, doch eher oberflächlich und naiv wirken. Raabe bedauert in dem Deutschlandfunk-Interview, dass es auch theologisch weitaus interessantere, tiefer greifende Fragen und Gedanken gibt, die zumindest in der Rock-Musik kaum berührt werden. (Nicht, dass ich wüsste… In der Regel werden in Rock-Songs eher oberflächliche Beschwerden an ein naives Gottesbild kolportiert.)

Treffend finde ich die Beobachtung:
“Die Referenzsysteme drehen sich um.”
Der “Teufel” wird zum Rebellen gegen einen bösen/ faulen, nichtsnutzigen/ sadistischen/ oder nicht-existenten “Gott”.

“God was never on your side”
“God hates us all” 

“Gott” ist (demzufolge) böse und hasst die Menschen.
Der “Teufel” ist in Wahrheit der tugendhafte Retter/ Erlöser/ Befreier, der für die Freiheit und das Gute im Menschen kämpft & einsteht. Das kann man glauben, wenn man will. Aber das ist eben nur eine umgestülpte, verdrehte Geschichte, die wenig Rücksicht auf ursprünglich überlieferte Referenzen nimmt.
Eigentlich gibt es vielleicht sogar wenig einzuwenden, so eine umgestülpte poetische Metapher aufzubauen… Womöglich hat das so auch irgendwo seinen Sinn…

Psychologisch vermute ich hinter dem Phänomen “Satanismus” (im Grunde auch hinter vielen Formen des modernen Atheismus) im wesentlichen eine bittere Enttäuschung über Menschen (vor allem eben Vaterfiguren), die nicht da gewesen sind, als man sie gebraucht hätte… oder die sich absolut falsch (böse) verhalten haben. (Missbrauch, Gewalt, Zwang, Rücksichtslosigkeit, Vernachlässigung…)
Die psychologische Komponente hinter religiösen Weltbildern ist vielleicht sogar das, was in jedem Fall interessant ist. Nur im Kontext der seelischen Entwicklung des Menschen macht es wirklich Sinn, deren religiöse Ideen und Vorstellungen verstehen zu wollen.

Auf mich wirkt das allerdings doch ziemlich albern, Symbolsysteme pauschal auf den Kopf zu stellen, nur weil man sie (so, wie man sie vorgestellt bekommen oder aufgefasst hat) in keinen sinnvollen Bedeutungskontext zu setzen vermag.
Wenn ich also die Frage stellen möchte, ob “Gott” seinen Thron im “Himmel” verdient hat, dann stelle ich die selbe Frage doch mindestens genauso kritisch an den “Teufel”. Meinem Verständnis nach ist der “Satan” eben auch nicht zuletzt ein Symbol für seelische Korruption und (vor allem auch für) Machtkorruption.
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Besonders in Lukas, Kapitel 4 wird die Rolle des Teufels deutlich gemacht:

5 Da führte ihn der Teufel (auf einen Berg) hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.
6 Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen und ich gebe sie, wem ich will.
7 Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.

https://de.wikipedia.org/wiki/Versuchung_Jesu

(Den ursprünglichen, biblischen Erzählungen und Texten zufolge unterliegen die Machtstrukturen dieser Welt dem “Teufel”. Wer sich also über den Zustand unserer Welt empören möchte, der sollte sich besser bewusst machen, dass der “Satan” die verkrusteten und korrupten Strukturen dieser Welt repräsentiert. Dass sich Rock-Rebellen dem Satan anbiedern, wäre demnach auch irgendwie seltsam absurd. Gerade weil ich Vorbehalte gegen den Status Quo hege, fehlt mir die Sympathie für den Teufel. Eine Rebellion gegen den Status-Quo wäre konsequenterweise eine Rebellion gegen das “teuflische Prinzip” der Korruption und Prostitution, dem die aktuelle Weltordnung unterworfen ist. Das ist auch im Hinblick auf die Theodizee-Frage relevant. Beschwerden über das, was in der Welt schief läuft, wären somit an den “Fürst dieser Welt” zu richten.)

Siehe auch: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Devil_(Tarot_card)

Wenn der “Satan” auch in seiner Rolle als machtvoller “Versucher” zur Läuterung korrupter Seelen beiträgt, dann verstehe ich trotzdem nicht, warum ich den “Teufel” zur (besseren?) Gottheit erheben sollte.

“Gott” ist für mich zuallererst eine Projektionsfläche für alles, was ich in aller Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit für mich als tiefste, grundlegende Wahrheiten und Einsichten verstehe.
(Das ist nichts, was ich festlegen oder auflisten könnte… Es geht dabei um Ideen und Fragen, die ich selbst für mich zu ergründen habe und um Einsichten, denen ich mich immer wieder neu zu stellen habe… Der “Weg zu Gott” ist in diesem Sinne ein dynamischer, psychologischer Prozess der ständigen Selbstprüfung und Infragestellung von Ideen & Annahmen über Gott und die Welt…)

Der Teufel steht für mich dementsprechend als symbolische Referenz für all das, was mich unter Umständen daran hindert, mich meinen eigenen tiefsten ethischen Einsichten entsprechend zu verhalten. Der Teufel symbolisiert (für mich) also irritierende Aspekte meiner erlebten Wirklichkeit, die mich davon abbringen oder abhalten, jeweils das zu tun, was ich wirklich (gemäß bestem Wissen & Gewissen) tun möchte. In diesem Sinne ist der Teufel ein Symbol für alles, was meinen freien Willen beeinträchtigt.

Es ist aber nicht ganz so einfach…
Der “Satan” repräsentiert symbolisch eben auch einen der höchsten “Engel” (Vermittler) Gottes: Der “Licht-Träger”, “Luzifer”.
In verschiedenen kabbalistischen/ gnostischen/ esoterischen Symbol-, Glaubens- oder Auslegungssystemen wird der “Satan” mit einer schöpferischen Kraft und Energie in Verbindung gebracht. Wenn diese “luziferische” Energie sublimiert werden kann, dann wird dadurch kreatives Potential freigesetzt. Wenn nicht kann der Missbrauch dieser Energie zum “Fall” der Seele führen.

Hier ist eine Geschichte von Michael Ende, die mich zum Denken angeregt hat:

Michael Ende: Spiegel im Spiegel — Der Bordellpalast auf dem Berge

22:21 “… Ich träumte, dass Gott und der Teufel miteinander um mich kämpften… Es war ein sehenswertes Schauspiel. Sie kämpften die ganze Nacht und ich sah von meiner Loge aus zu…”

Soweit ich den tieferen Sinn dieser Erzählung richtig verstehe, kann nur “Gott” den Kampf gewinnen, weil der, der den Kampf gewinnt (in jedem Fall) Gott ist. (Und der Kampf um den Thron Gottes geht in diesem Sinne solange weiter, bis es nichts mehr an Gott auszusetzen gibt. Der Kampf ist sozusagen ein Sinnbild für theologische Zweifel und die Bereinigung inkonsistenter Vorstellungen über Gott.)
Wenn man die ursprünglichen Referenzsysteme auf den Kopf stellen möchte, dann dient eben der “Teufel” (zunächst) als Projektionsfläche für Ideale, Einsichten und Wahrheiten.
Vielleicht ändert das (unterm Strich) nicht viel… (?) Egal, welches Symbolsystem man aufbauen möchte, um Gott und die Welt verstehen, beschreiben und erklären zu können… Es ist sicherlich in jedem Fall wichtig, Inkonsistenzen und Widersprüche zu vermeiden und aufzulösen.

Diese (religiösen oder anti-religiösen) Referenzsysteme sind vielleicht überhaupt nur wie ein “Gerüst” zu verstehen, an dem man allmählich (im Laufe der charakterlichen/ seelischen/ spirituellen Entwicklung) hoch klettern kann…
Vielleicht ist es letztlich egal, ob man links oder rechts am “Gerüst” hochklettert…
Wichtig ist es aber wohl in jedem Fall, dass man oben und unten nicht verwechselt.
Und wenn man sich aus Trotz (oder aus Unbeholfenheit) in den Dreck fallen lässt, muss man eben ganz unten wieder mit dem Klettern anfangen…

Vielleicht ist das mit mythologischen. religiösen Referenzsystemen letztlich genauso,  wie mit der “Leiter”, von der Wittgenstein (in seinem “Tractatus”) gesprochen hat:

“6.54 Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie – auf ihnen – über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.”

https://de.wikipedia.org/wiki/Wittgensteins_Leiter

Ideen-Maschine Internet: Texte, Memes & Geschichten (er)finden im kollektiven Geist

Mir fällt immer wieder auf, wie schwierig es ist, irgend etwas Neues oder Interessantes in’s Internet zu schreiben, was vorher noch niemand da hinein geschrieben hat.

Wenn mir zu irgendeinem Thema etwas einfällt (oder auffällt), dann google ich oft einfach mal vorsorglich entsprechende Stichworte, ob schon jemand vor mir diese (oder eine ähnliche) Idee eingebracht hat. (Ich finde das fantastisch! Meistens bin ich sogar froh, wenn ich etwas finde, was meiner eigenen Idee entspricht. Das spart mir nämlich den Aufwand etwas entsprechendes selber zu basteln.) 
Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell das Internet reagiert und naheliegende Ideen verarbeitet. Wenn irgendein Thema aufkommt, das Resonanz erzeugt, dann werden in Kürze alle denkbaren Ideen und Pop-Kultur-Assoziationen dazu in blühender Variation als Text, Bild und Video erstellt und in’s Internet geladen.

Nur um ein triviales Beispiel zu nennen:
In der Serie “Game of Thrones” gab es einen kleinen Hype um die Figur “Hodor“.
Der sympathische Kristian Nairn, der Wylis/ Hodor in der Staffel 1-6 spielt, hatte relativ wenig Text auswendig zu lernen.
Das gesamte Vokabular der Rolle “Hodor” beläuft sich (seit Wylis’ früher Jugend) auf das Wort: “Hodor”. Und das ist dann auch sein Rufname geworden.

Die Assoziation ist nicht allzu naheliegend, aber der Wortschatz der absurden Mischwesen der Videospielserie Pokémon beläuft sich eben auch nur auf ein einziges Wort, das auch als Gattungsname/ Name und Bezeichner der Pokémon verwendet wird.

Als mir das (irgendwann Anfang 2016 erst) aufgefallen ist, habe ich probehalber die Stichworte: “Hodor” & “Pokémon” gegooglet:

 

Es hat mich nicht großartig gewundert, dass es auch zu dieser auffälligen Parallele diverse Memes und Illustrationen von Fans gibt.

http://www.mypokecard.com/en/Gallery/Pokemon-Hodor-8

etc…
Sogar Videos:

So’was wie das hier hätte ich vielleicht erstellt:

… wenn es das das nicht schon gegeben hätte… — Das fand ich am witzigsten.

Moment! 🙂
Das wirkt jetzt vielleicht albern oder banal. (Ist es vielleicht auch.)
Aber diese Betrachtung wirft ein Licht auf ein Phänomen, das ich im Bezug auf medientheoretische und sozialphilosophische Überlegungen interessant finde:

Wir denken und arbeiten (so gesehen) längst im Kollektiv
Und das sogar weitgehend frei von wirtschaftlichen Interessen. 

EnthusiasmusSpieltrieb und das Bedürfnis nach Resonanz und Aufmerksamkeit genügt offenbar, um diese gewaltige Menge an Produktivkraft aufzubringen, die für die Erzeugung all dieser (und ähnlicher) Texte, Memes, Bilder, Filme & Videos vorauszusetzen ist.

Computer-vernetzte Menschen suchen offenbar ständig vor (und neben) ihren Bildschirmen nach interessanten Mustern, Parallelen, Auffälligkeiten, Widersprüchen und resonanzfähigen Ideen, die man für Andere zugänglich und vermittelbar machen kann.

Neben abertausenden kommerziellen Informationen und Medienangeboten, werden rein aus dem Wunsch heraus Resonanz zu erzeugen, wahrgenommen zu werden und einen (irgendwie relevanten) Beitrag zu leisten, täglich abertausende von Dateien, Dokumenten, Texten, Illustrationen, Fotos und Filmchen erstellt und in’s Netz geladen…
Im wesentlichen geschieht dieser Produktionsaufwand eben nur, um Ideen zu vermitteln, die man für interessant, relevant oder resonanzfähig hält.

Erstaunlich wirkt diese Beobachtung kooperativer, kreativer Produktionsprozesse im Netz, wenn man sich auf das Gedankenexperiment einlässt, man hätte es mit einer Denk-Maschine zu tun, die automatisch Ideen und Resonanzmuster verarbeitet.
Wenn man davon ausgeht, dass die Menschen hinter ihren Bildschirmen und vor ihren Eingabegeräten quasi nur angeschlossene Komponenten einer Ideen-Maschinerie sind, dann erschließt sich in dieser Betrachtung ganz leicht die Perspektive, dass “Geist” (“Bewusstsein”/ “Denken” oder englisch: “mind”) etwas ist, was sich (womöglich) in beliebig einzugrenzenden oder zu erweiternden Kontexten zuträgt (oder abspielt).
SIEHE: https://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterter_Geist 

(Ich habe neulich erst eine ältere TV-Sendung des BR kommentiert, in der ähnliche Betrachtungsweisen von “Geist”, “Wirklichkeit” und “Bewusstsein” thematisiert werden: BR ALPHA, Denken  https://plus.google.com/u/0/115680572119865888041/posts/3CAUvXCdwHb )

Die Feststellung, dass alle denkbaren Ideen und Einfälle über das Medium der Computervernetzung (im “kollektiven Geist”) quasi automatisch verarbeitet werden, kann ein gewisses Gefühl der Überwältigung oder Belanglosigkeit mit sich bringen.
Wahrscheinlich ist es dieses Gefühl der Überwältigung, das mich bisher auch davon abgehalten hat, (richtig/ ernsthaft) einen eigenen Blog zu schreiben.
Ich bin eben (dementsprechend) auch nichts weiter als eine Komponente in dieser gewaltigen, kollektiv angetriebenen Kreativ-/ Produktiv-Maschine, und vielleicht sind die Ideen & Gedanken, die ich in das Meer der Diskurse und Informationen einfließen lassen könnte, zu trivial und irrelevant, für die exponierte Publikation in einem eigenen Weblog.
Dass es mit meinen Blog-Anläufen bisher nicht geklappt hat, liegt allerdings auch an meiner (pathologisch auffälligen) Zerstreutheit… Dass mir nichts einfällt, was ich für sinnvoll und relevant genug halte, um es in’s Internet zu schreiben stimmt ja nicht. Ich schreibe jeden Tag eine ganze Menge Text in’s Netz. Aber eben eher dezentral/ zerstreut auf verschiedenen Social-Networking- und Social-Media-Plattformen.
(Vielleicht ist die Pathologisierung des Phänomens der Zerstreutheit [ADhS] auch ein interessantes Zeichen unserer Zeit. Darüber denke ich noch nach…)
Der zugrundeliegende Anreiz für den erneuten Anlauf einen Blog zu schreiben basiert letztlich auf dem Wunsch, einen (virtuellen) Ort zu finden (oder zu schaffen), an dem ich mich und meine Gedanken womöglich besser sammeln und fokussieren kann.

Dieser erste (richtige) Blogeintrag (seit Jahren) ist nun entstanden als ich heute über die Frage nachdachte, welche Geschichten uns eigentlich (noch) fehlen. 
(Siehe: Twitter https://twitter.com/llenthalben/status/760488375790997504 )

Fehlen uns Geschichten, über ein hinter diesem “Abgrund”?/ Welten, wo die Frage nach nicht mehr gestellt wird:?.

Ich bin bisher zu der Einsicht gekommen, dass die meisten Geschichten, die uns vielleicht fehlen, um ein kritisches und kreatives Nachdenken über unsere Welt und Wirklichkeit zu ermöglichen, zu provozieren oder zu vereinfachen nicht unbedingt neu erfunden werden müssen.

Bereits vor der Informationsvernetzung im Internet hat die Ideen-Maschinerie der Gesellschaft auf Hochtouren gearbeitet. In Lautsprache, Schrift & Buchdruck/ Broadcast/ Film wurden Ideen, die den Menschen betreffen, im Überfluss zu Geschichten verarbeitet.

Die Geschichten & Ideen, die unser Denken, Begreifen und Handeln fördern und beflügeln können, liegen also oft schon vor. Und im Rahmen der digitalen Vernetzung von Information, Daten, Dokumenten und Medieninhalten im Netz, sollte es uns auch zunehmend leichter fallen, Geschichten für (nahezu) jeden erdenklichen Kontext zu finden, zu sammeln und zu diskutieren, zu ergänzen oder weiterzuerzählen.
Das ist dieser “Remix-Kulturprozess”, den ich immer augenscheinlicher erlebe…
Es wird zitiert, modifiziert, kombiniert…
Durch den massiv vereinfachten Rückgriff auf einen gemeinsamen kulturellen Fundus können Probleme und Ideen in ihrem Potenzial und ihren Grenzen ansprechend illustriert vermittelt und lebhaft diskutiert werden.

In gewisser Hinsicht erleben wir in der Netzkommunikation die Auflösung (oder Überschreitung) der “Grenzen von Fantásien”, wenn wir uns selbst als Figuren in einem lebendig gewordenen Buch verstehen, die gemeinsam im Rückgriff auf Mythen, Fabeln, Märchen und Geschichten des Alltags eine lebendige Geschichte des Lebens miteinander schreiben.

Vielleicht brauchen wir also letztlich nur ein wenig (mehr) Mut und Zuversicht, um (althergebrachte) Vorstellungen, Ideen und Konventionen zu transzendieren, die den Spielraum unserer Handlungsmöglichkeiten behindern, und unser Denken einengen.

Das Große Rätsel Torhttps://youtu.be/I_vzG5nYk1I

In der Nähe des Orakels angekommen, werden Atréju und Fuchur von dem Gnomenpärchen Urgl und Engywuck geheilt.[34] Engywuck, der das Orakel seit langem studiert, selbst aber noch nie dort gewesen ist, verrät Atréju einiges über dessen Natur. Um die Uyulála zu erreichen, muss Atréju drei Tore durchschreiten:

  • Das erste von ihnen ist das Große Rätsel Tor. Es besteht aus zwei Sphinxen, die einander anschauen. Um es zu durchqueren, sind keineswegs Rätsel zu lösen; vielmehr erlauben die Sphinxe scheinbar zufällig einigen Passanten die Weiterreise, während sie sie anderen verwehren. Die Sphinxe müssen dazu die Augen schließen, denn diejenigen, die nicht für würdig befunden werden, werden von ihrem starren Blick verhext und erstarren auf der Stelle. Nur eine andere Sphinx kann den Blick einer Sphinx ertragen. Dieser sendet nämlich alle Rätsel der Welt aus, und wer von ihm getroffen wird, kann sich erst dann wieder rühren, wenn er alle Rätsel der Welt gelöst hat. Dieses Motiv entstammt der griechischen Mythologie (etwa der Ödipus-Erzählung), in der die Sphinx dem Menschen Rätsel aufgibt und jene bestraft, die die Lösung nicht erraten.

  • Die zweite Pforte ist das Zauber Spiegel Tor. Es handelt sich um einen großen, runden Spiegel, der dem Reisenden sein wahres Ich offenbart. Oftmals reagieren jene, die die Wahrheit nicht ertragen können, entsetzt und rennen fort oder werden wahnsinnig.

  • Zuletzt ist das Ohne Schlüssel Tor zu durchqueren. Diese schlüssellose Tür ist aus einem Material namens Phantásisches Selén gefertigt, das unzerstörbar ist und nur auf den eigenen Willen reagiert. Nur jene, die völlig vergessen, warum sie gekommen sind, und die nicht einzutreten wünschen, können durch das Tor zur Uyulála vordringen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Figuren_und_magische_Gegenstände_in_der_Unendlichen_Geschichte#Das_s.C3.BCdliche_Orakel

Wir leben im Grunde bereits in einer Welt, in der sich (quasi) utopische Möglichkeiten bereits greifbar manifestiert haben. Und wir erleben tagtäglich die überraschenden Resultate der unbändigen Produktivkräfte, die im Rahmen der (quasi instantanen) Vernetzung von Information und Bewusstseinssystemen kanalisiert werden können.

Immer offensichtlicher erscheint mir die Einsicht, dass Menschen mithilfe dieses Mediums der “Sozialen Vernetzung” auch jenseits manipulativer Muster und jenseits restriktiver, autoritärer Strukturen zusammen leben und arbeiten könnten.
Und ich kann mir vorstellen, dass unsere Kommunikation, unsere Koexistenz und Kooperation von regelmäßig wiederkehrenden Fallen, Schwierigkeiten, Konflikten und Reibungsverlusten befreit werden kann, wenn wir uns darauf einlassen in souveräner, solidarischer “Sozialer Vernetzung” althergebrachte Kulturmuster der Vernetzung über Marktrituale, autoritäre Institutionen und nationalstaatlich gegliederte Organisationsstrukturen unerheblich zu machen.

Die Geschichten, die uns zur Verwirklichung einer wünschenswerten gesellschaftlichen Realität vielleicht noch fehlen, schreiben wir dann (jeweils selbst) im Alltag unserer Kommunikation über Probleme, die uns betreffen und Ideen, die uns inspirieren.

 

(Not actually;) My First Blog Post

I am, …
(I think)
I do stuff…
& I like people…

I figured that it would feel silly and unnatural to me, if I’d try just to focus on one singular topic, theme, issue or idea, so I just decided to simply create a wordpress blog site to use as a multi-faceted channel for some of my creative, intellectual, philosophical output or just to unload off-topic, weird and (more or less) nonsensical ideas.

This life is much about learning to understand (to discover or to invent) what it means to be human… (in all kinds of ways and aspects and perspectives).
And that is what this is about… being & becoming human…

Hanuman_Mistakes_the_Sun_for_a_Fruit
(Hanuman, mistaking the sun for a fruit.)